Wir veröffentlichen aus Anlass des Kollegjubiläums eine Reihe von Artikeln zur Schulgeschichte. Wir beginnen mit der eigentlichen Gründung. (Die Artikel erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit bei der Darstellung aller Vorgänge und Gründe)

Fest steht, dass das Thüringenkolleg Weimar mit einer Außenstelle in Ilmenau gegründet wurde. Von wem die Initiative dazu eigentlich ausging, ist zumindest bei einigen umstritten. Uns liegen Materialien vor, die aus der Zeit kurz davor stammen und deutlich machen, dass die Initiativen zuerst von ilmenau ausgingen.

Über die Gründe, weshalb es zu dieser Gründung kam, wird bis heute diskutiert, sie waren offenbar für jeden einzelnen Protagonisten unterschiedlich gewichtet.
Ein inzwischen nicht mehr tragfähiger Grund, leider war er wohl für einige der damaligen Entscheidungsträger nicht nur wesentlich, sondern der Einzige, war die Schulpolitik der ehemaligen DDR. Das dortige System hinderte, offiziell aus Quotierungs- und inoffiziell aus politischen Gründen, sehr viele Schüler am Besuch der Erweiterten Oberschule, d.h. am Erlangen der Hochschulreife (Abitur). 
An den Hochschulen der DDR gab es so genannte Vorkurse, die unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen ihre Arbeit fortsetzen bzw. neu ausrichten wollten. In Weimar und Ilmenau wurde deshalb über die Errichtung eines Kollegs nachgedacht und Konzepte entwickelt.
Die Schulform, die als Vorbild diente, war in den alten Bundesländern seit Jahren etabliert. Damit ergab sich der aus unserer Sicht eigentliche Grund zur Errichtung eines Kollegs. Es ging darum, allen jungen Erwachsenen eine zweite Chance zu bieten, die Hochschulreife zu erlangen.
Im Verlauf der letzten 20 Jahre zeigte sich, wie vielfältig die Gründe dafür sind, dass auch in der heutigen Zeit nicht jeder sofort die "Abiturlaufbahn" einschlägt.
Wer das Thüringer Schulsystem kennt und/oder beobachtet wird wissen, dass es inzwischen sehr viele Wege gibt, seinen ersten Bildungsweg mit dem Abitur abzuschließen. Um so mehr rückt die eigentliche Bestimmung des Kollegs in den Focus:Der zweite Bildungsweg.

In Weimar geschah die Kollegründung in den Räumen der jetzigen Bauhausuniversität. Dort und auf der anderen Straßenseite (heute wieder Kolleggebäude und Standort des Staatlichen Schulamtes) in der damaligen Schule für Soziales wurden einzelne Räume genutzt. Der Unterricht erfolgte z.T. auch in einem inzwischen abgerissenen Gebäude im Hof des derzeitigen Schulgeländes.


Vor dem Umzug

Eine besonders "heiße Phase" erlebte das Kolleg vor dem eigentlichen Umzug in das Domizil innerhalb einer Fachschule in der Apoldaer Lessingstraße. 
Zunächst gab es Gerüchte, wohl auch begründete Ängste und schließlich öffentliche Proteste gegen eine Schließung, aber auch gegen eine geplante Verlegung. Nach unseren Informationen war davon anfangs auch die Außenstelle Ilmenau betroffen und es gibt Stimmen, die darin den Grund für die Gründung des eigenständigen Ilmenaukollegs sehen.

Proteste vor dem Weimarer Nationaltheater und vor dem Thüringer Landtag und überregionale Presseveröffentichungen begleiteten das Leben am Kolleg. Welchen Einfluß man damit auf Entscheidungen nehmen konnte, ist nicht nachgewiesen. Es erfolgte mit Beginn des Schuljahres 1993/94 der Umzug nach Apolda.

 

Im Schuljahr 1999/2000 erfolgte während der Winterferien der eigentliche Umzug in das neue(alte) Gebäude.